Altbischof Dr. Joachim Wanke

Altbischof Joachim Wanke, Bistum ErfurtAltbischof Dr. Joachim Wanke wurde am 8. Juli 1994 von Papst Johannes Paul II. zum Bischof des neu gegründeten Bistums Erfurt ernannt. Zuvor war er seit Januar 1981 Bischof und Apostolischer Administrator in Erfurt und Meiningen. Sein Wahlspruch für das Bischofsamt stammt aus dem ersten Petrusbrief: "Vestigia Christi sequi - Den Spuren Christi folgen" (1 Petr. 2,21). Seit dem 1. Oktober 2012 befindet sich Altbischof Wanke im Ruhestand.

Joachim Wanke wurde am 4. Mai 1941 in Breslau (Schlesien) als Sohn eines Beamten geboren. Nach der Vertreibung aus der Heimat kam die Mutter mit ihren drei Kindern (der Vater war 1944 verstorben) in der thüringischen Stadt Ilmenau unter. Hier verlebte Joachim Wanke seine Kindheit und Jugendzeit. Nach dem Abitur und einem kirchlichen Sprachenkurs in Halle schloss sich ab 1960 das Theologiestudium am Philosopisch-Theologischen Studium in Erfurt an.

Am 26. Juni 1966 empfing er von seinem Amtsvorgänger, Bischof Hugo Aufderbeck, im Erfurter Dom die Priesterweihe. Die erste Vikarsstelle war die Pfarrei St. Gertrud in Dingelstädt im katholisch geprägten Eichsfeld - für den Neupriester Joachim Wanke eine völlig neue Erfahrung, nachdem er in seiner Jugend die Probleme, aber auch die Herausforderungen der Diaspora kennen gelernt hatte.

Nach drei Jahren in der Gemeindeseelsorge erhielt er 1969 die Berufung als Assistent und Präfekt am Priesterseminar Erfurt. Es folgten die Promotion und Habilitation, im Jahr 1974 der Lehrauftrag für neutestamentliche Exegese und 1980 die Berufung als ordentlicher Professor für neutestamentliche Exegese am Studium in Erfurt. Am 2. Oktober 1980 wurde Professor Dr. Wanke durch Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Erfurt mit dem Recht der Nachfolge ernannt.

Am 26. November 1980 empfing er im Alter von 39 Jahren durch Bischof Joachim Meisner die Bischofsweihe. Nach dem Tod von Bischof Hugo Aufderbeck, am 17. Januar 1981, trat er dessen Nachfolge als Apostolischer Administrator an. Damit hatte er alle Rechte und Pflichten eines residierenden Bischofs in Thüringen, wobei die Teilung der Diözesen Fulda und Würzburg durch die DDR-Grenze kirchlicherseits niemals anerkannt wurde. Erst seit 1994, mit der Erhebung von Erfurt-Meiningen zum Bistum Erfurt, kann darum von Joachim Wanke als einem Diözesanbischof gesprochen werden.

Schon zu Zeiten der DDR bewegte Bischof Wanke die Frage, wie Christen in einer weitgehend nichtchristlichen Umgebung leben und wie sie das Evangelium den Menschen in eben dieser Umgebung weitersagen können. Einladende und auskunftsfähige Kirche werden, ermuntert Wanke immer wieder seine Katholiken. Denn, so zeigt er sich überzeugt, "die Menschen werden nicht als Atheisten geboren", und als Atheist bewusst zu leben sei auch nicht einfach angesichts der immer noch drängenden Fragen der Menschheit nach ihrem Woher und Wohin. "Christen können Antwort geben und sie wissen, dass unser Leben 80 Jahre und dann eine Ewigkeit dauern kann", macht der Bischof Lebens- und Bekennermut.

Im Jahr 2005 erschien in seinem Auftrag eine Broschüre mit dem Titel Seelsorge: Damit sie das Leben in Fülle haben erschienen, die die Gemeinden des Bistums anregen soll, über die Ziele, Aufgaben und die Träger der Seelsorge ins Gespräch zu kommen. Denn "Seelsorge ist unser aller Auftrag", bekräftigt Bischof Wanke.

Auch von daher ist die gelebte und bezeugte Verbundenheit der christlichen Kirchen für Bischof Wanke immer ein Herzensanliegen gewesen. Beide Kirchen hätten durch das Evangelium die gleiche Aufgabe: den Menschen die Botschaft Christi in Wort und Tat zu bezeugen.

In der Deutschen Bischofskonferenz war Bischof Wanke Mitglied in der Kommission für Glaubensfragen. Er war Mitglied in der Ökumene- sowie in der Pastoralkommission (Vorsitzender der Pastoralkommission: 1998-2010). Von 1995 bis 2001 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. Außerdem gehört er seit 1978 der Studiorem Novi Testamenti Societas (SNTS) an.



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